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‚Mehr Schwarz als Lila‘ – Eine rhetorisch Glanzleistung: Rezension

Beitragsbild "Mehr Schwarz als Lila" von Lena Gorelik

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Alex, Ratte und Paul sind Freunde. Sie meistern den Alltag – von Schule, über Gefühlschaos, familiäre Schwierigkeiten bis hin zu den übrigen Problemen des Erwachsenwerdens. Alles wird anders, als Daniel Spitzing als Referendar an die Schule der drei kommt und ihre Klasse in Deutsch und Geschichte unterrichtet. Schnell freunden sich Alex, Ratte und Paul mit Daniel an, den sie außerhalb der Schulmauern Johnny nennen. Im Rahmen des Geschichtsunterrichts fährt die Schülergruppe nach Auschwitz. Eine Momentaufnahme im Konzentrationslager, entstanden aus Jux und Tollerei, verändert das Leben der Beteiligten für immer, von einem auf den anderen Mausklick …

Meine Meinung

Alles hat einen Anfang. In Mehr Schwarz als Lila ist dieser Beginn gleichzeitig das Ende, oder wenigstens der Höhepunkt des eigentlichen Geschehens. Ein Kussfoto, aufgenommen im KZ in Auschwitz, die Hauptfiguren Alex und Paul zeigend, geistert durchs Internet; ein Einschnitt in die Leben der Beteiligten. Für Alexandra, genannt Alex, ein Anlass, ihre Geschichte zu erzählen. Der wirklich außergewöhnliche Schreibstil von Lena Gorelik geleitet den Leser durch die knapp 250 Seiten. Man muss sich daran gewöhnen. Ich persönlich kenne kein Buch oder keine/n Autor*in, die so speziell schreibt. Mehr Schwarz als Lila ist bisher mein erstes Buch der Autorin, weshalb ich keine Vergleiche zu anderen Veröffentlichungen ziehen kann.

Der Roman ist ein Jugendbuch, nominiert für den Deutschen Jugendbuchpreis 2018. Das heißt noch lange nicht, dass Mehr Schwarz als Lila speziell für diese Zielgruppe geschrieben worden ist. Klar, richtet sich die Botschaft vorwiegend an die junge Generation, die soziale Medien quasi atmen. Doch bezweifle ich, dass das Buch die breite Masse dieses „Klientels“ erreicht. Dazu sind der Schreibstil zu speziell, die Vorkenntnisse, die Lena Gorelik an ihre Leser*innen stellt zu groß und das Geschriebene an sich schlicht zu akademisch. In einer anderen Rezension habe ich gelesen, wie die Rezensentin schrieb, gerne mehr über Meinung von Jugendlichen zu dem Buch zu erfahren. Dem möchte ich mich gerne anschließen …

Nun möchte ich noch ein, zwei Worte zum Buchcover verlieren. Erst nach dem Lesen ist mir klargeworden, dass das Frontbild das Gefieder des Papageis von Alex darstellen soll. Aus diesem Grund hatte ich keine Zeit dazu, über die spezielle Wahl zu philosophieren. Wenn von Euch jemand den Roman lesen wird, hat er/sie vielleicht ja die Gelegenheit dazu. 

Fazit

Mehr Schwarz als Lila ist mir eine sehr willkommene Abwechslung gewesen. Das Buch hat mich und mein Wissen gefordert und gefördert. Man wird ins kalte Wasser geworfen: Entweder, der Leser kommt mit dem Schreibstil klar, oder nicht. Diese Entscheidung fällt, glaube ich, schon auf der ersten Seite. Mir hat Mehr Schwarz als Lila sehr gut gefallen. Jede*r, der/die sich einer kleinen, literarischen Aufgabe stellen möchte, sollte sich dieses Buch nicht entgehen lassen. Doch man sollte es wirklich nicht unterschätzen …

4.25 / 5 Sternen

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Zur Sache

Titel: Mehr Schwarz als Lila

Autorin: Lena Gorelik

Verlag: Rowohlt Taschenbuch

Erschienen: 19. September 2018

Seiten: 256

Preis: EUR 9,99

*Rezensionsexemplar*

(zur Verfügung gestellt vom Verlag)

Transparenz

Bei dem Buch handelt es sich um ein Rezensionsexemplar vom Rowohlt Verlag. 

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