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Der junge Blogger und sein erster Hemingway

Der alte Mann und das Meer

Der kubanische Fischer Santiago sieht sich mit dem Kampf seines Lebens konfrontiert, als er einen großen Speerfisch an die Angel bekommt und dieser ihn hinaus aufs offene Meer zieht …

Der alte Mann und das Meer ist meine erste Novelle since forever und gleichzeitig das erste Werk vom großen Ernest Hemingway, das mir unter die Augen kommt. Die kurze Inhaltsangabe sollte Euch einen guten Überblick über die Handlung liefern. Obwohl sie sich in drei Zeilen zusammenfassen lässt, hat es Hemingway geschafft, Santiagos Abenteuer auf 160 Seiten zu strecken.

Show, don’t tell … und wo bleibt die Spannung?

Die ersten 50 Seiten habe ich beim Pendeln zur Uni im Zug gelesen. Was soll ich sagen: Die Haltestelle Mainz Hauptbahnhof konnte nicht schnell genug kommen. Ordentlich geschrieben, keine Frage. Nur leider ohne jegliche Spannung, ohne tieferen, ersichtlichen Sinn und ohne jeglichen Anreiz, mich bei Laune zu halten.

Hemingway gilt als einer Vorreiter des „show, don’t tell“-Stils. Situationen werden nicht aus der Sicht des Autors erzählt. Der Leser erfährt sie durch Handlung und Dialog der Protagonisten. Von einer solchen literarischen Größe sollte man meiner Meinung nach durchaus mal etwas gelesen haben. Entweder entdeckt man seine Liebe für Hemingway, oder merkt, dass man ihm nichts abgewinnen kann. Ich werde Ernest Hemingway möglicherweise noch eine Chance geben, aber Der alte Mann und das Meer hat mich einfach nicht begeistern können.

Auf 160 Seiten gelingt es Hemingway nicht, die beiden Charaktere im Fokus, Fischer Santiago und sein Gehilfe Malin, ordentlich auszuarbeiten. Dadurch sank mein Interesse deutlich. Der Schreibstil war recht ordentlich, wenngleich ich nicht verstehe, was daran Pulitzer Preis-würdig sein soll.

Fazit

Der alte Mann und das Meer konnte mich nicht annähernd so begeistern wie Generationen von Leser*innen vor mir. Was andere als Klassiker betrachten, war für mich eine langweilige Lektüre, die mich in keiner Weise von sich zu überzeugen wusste.


Zur Sache

Titel Der alte Mann und das Meer
OT: The Old Man and the Sea
Autor Ernest Hemingway
Aus dem Amerikanischen: Werner Schmitz
Verlag Rowohlt Taschenbuch
Erschienen 01. März 2014 (10. Auflage, neuübersetzt)
Seiten 160
Preis EUR 10,00

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4 thoughts on “Der junge Blogger und sein erster Hemingway”

  1. Lieber René,

    ich habe auch schon viel von „Der alte Mann und das Meer“ gehört, gelesen habe ich es allerdings noch nicht – vielleicht auch besser so 🙂
    Schade, dass dich das Buch nicht begeistern konnte, aber ich bin mir sicher, der richtige Hemingway wartet da draußen noch auf dich!

    Liebe Grüße
    Marie

    1. Hallo Marie,
      ich glaube, beim alten Mann muss jeder seine Erfahrung selbst machen. Wer weiß, vielleicht erwartet dich eine literarische Epiphanie.
      Ich werde nicht aufgeben. Hoffentlich behältst du recht und finde ich finde den richtigen Hemingway.

      Liebe Grüße
      René

  2. Hallo, es gibt Bücher, für die ist man einfach zu jung. Der Kampf des Fischers mit dem Fisch ist natürlich auch eine Auseinandersetzung mit den Kräften der Natur und mit Gott. Ich bedauere Deine Zeilen. Sie urteilen sehr hilflos über eine der bedeutendsten Novellen aller Zeiten.

  3. Was für eine vernichtende Rezension 😀
    Schade, dass sie die Novelle dir nicht gefallen konnte, ich habe bisher nichts von Hemigway gelesen, wollte es aber immer mal machen, einfach, um mir selbst ein Bild zu schaffen. Der Große Gatsby von Fritzgerald konnte mich zum Beispiel sehr begeistern und es einer der Klassiker, zu denen ich nochmal greifen würde.

    Liebe Grüße

    Nadine

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