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Drei Nominierte des Deutschen Jugendliteraturpreises

Beitragsbild Deutscher Jugendliteraturpreis

1956 wurde er zum ersten Mal verliehen, der Deutsche Jugendliteraturpreis. Seit mehr als 50 Jahren stiftet das Bundesministerium für Familienfragen jährlich den Preis, um Autor*innen zu würdigen, die ihn sich aufgrund ihrer besonderen Leistungen im Bereich Kinder- und Jugendbuch verdient haben.

Zur Geschichte

Der Deutsche Jugendliteraturpreis beschränkt sich nicht nur auf die hiesige Buchlandschaft. Spätestens, wenn ihr euch die Nominierten anschaut, fällt euch auf, was ich meine. Jedes Jahr zur Leipziger Buchmesse wird besagte Liste der Hoffnungsträger bekannt gegeben, die Krönung erfolgt auf der Frankfurter Buchmesse. Die Gesamtdotation der Preise beläuft sich jährlich auf €72.000, aufgeteilt in unterschiedlichen Größen auf jede der Kategorien.

In diesem Jahr wird der Deutsche Jugendliteraturpreis wieder in etlichen Kategorien verliehen (alle Gewinner*innen werden am 18.10. auf der Frankfurter Buchmesse bekanntgegeben). Bilderbuch, Kinderbuch, Jugendbuch, Sachbuch (Kritikerjury) und, zu guter Letzt, Preis der Jugendjury. Darüber hinaus prämiert eine Sonderjury Gesamtwerk und Neue Talente. Eine Liste der potentiellen Preisträger findet ihr auf der Seite des Arbeitskreises Jugendliteratur. Meine nachfolgende Vorstellung drei nominierter Werke bezieht sich auf die Kategorie Jugendbuch.

Drei Nominierte für den Deutschen Jugendliteraturpreis

City of Thieves von Natalie C. Anderson

City of Thieves* erzählt die Geschichte der jungen Tina, deren Mutter ermordet wird. Ihr Ziel: Rache nehmen. Jahre vergehen, während Tina alles dafür tut, ihrem sehnlichsten Wunsch näher zu kommen. Sie lässt sich beispielsweise zur Meisterdiebin ausbilden. Doch Tina muss irgendwann feststellen, dass nicht immer alles ist, wie es scheint, schon gar nicht, wenn es um die Wahrheit geht.

Kompass ohne Norden von Neal Shusterman

Kompass ohne Norden* steht schon seit Ewigkeiten auf meiner Leseliste. Ohne den Lesesommers Rheinland-Pfalz (eine Initiative, die Schulkinder in den Ferien zum Lesen bewegen soll) hätte ich Kompass ohne Norden schon vor Monaten gelesen. Meine Bücherei gehört zu den Lesesommer-Büchereien des Landes. Deshalb war es mir nicht möglich, Kompass ohne Norden im Zeitraum vom 17. Juni bis 17. August zu lesen. Bemerkung am Rande: Lesesommer, tolle Sache. Nur: Warum schließt man über zwei Monate alle Nicht-Schüler aus?!

Nun zum Buch: Kompass ohne Norden ist für seinen Autor Neal Shusterman ohne Zweifel besonders, da die Geschichte von seinem eigenen Leben vorgeschrieben wurde. Shustermans Sohn Brendan ist schizophren und diente dem Autor als Vorlage für seinen fiktiven Protagonisten Caden. Ich habe mir sagen lassen, dass vor allem der Umgang mit psychischen Erkrankungen herausragend sein soll. Mit einer der Gründe, warum ich Kompass ohne Norden unbedingt lesen wollte.

Leider habe ich schnell festgestellt, dass Kompass ohne Norden kein Buch für mich ist. Wer genaueres dazu wissen möchte, kann meinen Instagram-Kanal gerne im Auge behalten, denn dort gibt es bald eine Art Abbruchrezension.

Eine Insel zwischen Himmel und Meer von Lauren Wolk

In Eine Insel zwischen Himmel und Meer* erzählt Lauren Wolk die bewegende Geschichte von Crow. Als Säugling wurde Crow in einem Boot auf eine Insel gespült und von Inselbewohner Osh großgezogen. Abgesehen von Osh und Miss Maggie, die Osh bei Crows Erziehung unterstützt, meiden alle auf der Insel Crow. Warum? Das möchte Crow herausfinden und begibt sich auf Spurensuche in ihre Vergangenheit. Wo kommt sie eigentlich her? Wieso landete sie ausgerechnet auf dieser Insel?

Mein persönlicher Favorit der nominierten Jugendbücher, obwohl ich glaube, Neal Shusterman hat den Preis sicher in der Tasche.

Der Preis der Jugendjury

In diesem Jahr darf sich eine Autorin besondere Chancen auf den Preis der Jugendjury ausrechnen: Karen M. McManus. Mit One of us is lying landete sie vor zwei Sommern in den USA einen Überraschungserfolg, der sich Anfang des Jahres nach Deutschland übertrug. Ich kann den Hype um One of us is lying nicht nachvollziehen kann. Das Buch habe ich auf Englisch gelesen, auf der Klappe hinten steht Pay close attention and you may solve this. Genau das habe ich eben getan, weshalb das Ende für mich kein Aha-Erlebnis war. Trotzdem ist Karen M. McManus eine tolle Stimme in der gegenwärtigen Jugendliteratur und ich drücke der Autorin die Daumen. Besonders gespannt bin ich auf ihre Fortsetzung One of us is next!

Danke für eure Zeit!

3 thoughts on “Drei Nominierte des Deutschen Jugendliteraturpreises”

  1. Hallo René,

    „Kompass ohne Norden“ steht tatsächlich auch schon seit einer Weile auf meiner Leseliste, aber leider habe ich es bisher nicht geschafft, den Roman zu lesen. Irgendwann hole ich das sicher nach. „Eine Insel zwischen Himmel und Meer“ hat es mir nach deiner Vorstellung nun aber auch angetan. Ein bisschen erinnerte mich die Geschichte an „Insel der blauen Delphine“, welches wir damals in der Schule lesen mussten. Ich bin gespannt!

    Liebe Grüße
    Marie

  2. Ein schöner Beitrag! Ich wieder mal habe ich keine der vorgestellten Bücher nicht gelesen 😀 wieso stellst du deine Abbruchrezension nicht auf deinen Blog ?

    Liebe Grüße

    Nadine

  3. Hey,
    das ist jetzt ja witzig, deinen Beitrag zu lesen, nachdem der Preis schon vergeben wurde und auch eine schöne Idee. „obwohl ich glaube, Neal Shusterman hat den Preis sicher in der Tasche.“ Hehe, er hat ihn ja wirklich bekommen. Als ich Neal und Brandon Shusterman am Messefreitag über das Buch hab reden hören, dachte ich mir schon: „Tolles Thema, aber vielleicht nicht einfach zu lesen.“ Ich werde es mir mal anschauen (deinen Instagram Post zum Buch habe ich irgendwie nicht gefunden?), aber ich bin skeptisch, ob das Buch mit dem Thema etwas für mich ist, zumal der Schreibstil sehr poetisch sein soll.
    Liebe Grüße
    Yvonne 🙂

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