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Soul Food – Elizabeth Acevedo

Soul Food Beitragsbild

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Coverlove, Feel-Good-Story und jede Menge Soul Food: Bist du bereit?

Bei Bookstagram-Stöberstunden ist es dir sicherlich schon mal ins Auge gesprungen: Das Buch With the Fire on High on Elizabeth Acevedo. Für den deutschen Release hat sich der Rowohlt Verlag glücklicherweise dazu entschieden, das Cover beizubehalten, sodass diese Augenweide nun unsere Bücherregale schmücken kann. Soul Food erzählt die Geschichte von Emoni Santiago. Die junge Frau besucht die Highschool, ist im letzten Jahr und steht damit kurz vor ihrem Abschluss. Ihr großer Traum: Köchin werden. Für Emoni kommen immer zuerst die anderen. Ihre Großmutter, ihre kleine Tochter oder ihre beste Freundin. Jetzt ist es an der Zeit, ihr eigenes Leben voranzustellen. Kann Emoni für ihre eigenen Ziele genauso hart kämpfen, wie sie es für ihre Mitmenschen tut?

„Ich bin ganz.“

In insgesamt drei Teile (Sauer, Herzhaft und Zartbitter) gegliedert wird das letzte Schuljahr von Emoni Santiago beschrieben. Die Autorin schreibt in sehr kurzen Kapitel. Die Betonung liegt auf sehr. Das muss man mögen. Einerseits kam dadurch ein flotter Lesefluss zustande, andererseits blieb ich immer mit dem Gefühl zurück, etwas zu versäumen. In der Zeit, in der ich Soul Food gelesen habe, find ich damit an, kleine Post-its an meinen Büchern anzubringen, um besondere Stellen zu markieren. Meine Ausgabe zierte zum Ende hin ein buntes Potpourri an kleinen Klebestreifen, was die meiste Zeit ein gutes Zeichen war. Einige blaue Streifen sind auch dabei. Blau bedeutet: Punkte, auf die ich in meiner Rezension eingehen möchte, da sie mich gestört haben.

Soul Food hat mir gefallen. Das vorweg. Es war mehr Feel Good, als ich erwartet hatte, doch am Ende war es genau das, was die Geschichte gebraucht hat und sie aus der Masse herausstechen ließ. Ich habe die Metaphern rund ums Essen und Kochen geliebt, wenn es beispielsweise darum ging, Gefühlsregungen zu beschreiben. Beispiel: „Ich drehe die Flamme der Aufregung herunter, bis sie erlischt“. Die Gefahr solcher Aussagen: Es kann recht schnell plump und gewollt wirken. Nicht in Soul Food. Bei Elizabeth Acevedo ergänzen diese kleinen, süßen Stilmittel den ruhigeren Stil und passen gleichzeitig unheimlich gut zu Emoni!

Mein größtes Problem, ich habe es bereits angesprochen, war die viele Zeit, die durch die kurzen Kapitel verloren ging. Vor allem gegen Ende kann man häufiger mal so Floskeln in der Art wie „eine Woche später“ oder „es verging ein Monat, …“ lesen. Das hat Soul Food gleichzeitig ein schnelles pacing und eine zu oberflächliche Behandlung der Story gebracht.

Fazit

Da mir die Figuren allesamt großen Spaß gemacht haben und jede mehr oder weniger ihr eigenes, mal größeres, mal kleineres, Päckchen zu tragen hat, ist es schade, dass Acevedo nicht das komplette Potential ihrer geschaffenen Welt ausnutzt. Vielleicht empfindest du das ganz anders! Lesegeschmäcker sind verschieden, wie wir wissen. Du wirst es nicht bereuen. Guter Humor, überraschend viel Ernsthaftigkeit für ein Jugendbuch, das Spielen mit Klischees und als Herzstück des Romans eine junge Frau, die sich zurecht denkt: It’s my turn. All‘ das und vermutlich noch ganz viel mehr bekommst du mit Soul Food serviert. Und außerdem: „Ein Spritzer Limette und eine Flasche scharfe Soße [haben] noch niemandem geschadet.“


Zur Sache

TitelSoul Food
OT: With the Fire on High
AutorinElizabeth Acevedo
Aus dem Englischen von Anne Brauner
VerlagRowohlt
Erschienen21. April 2021
Seiten400
Preis€ 16,00

*Rezensionsexemplar*

Transparenz

Bei dem Buch handelt es sich um ein Rezensionsexemplar, zur Verfügung gestellt vom Verlag.

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